Hamburg, 09.06.10+++Restless-Legs-Syndrom+++Nahezu 10% der deutschen Bevölkerung leiden daran (RLS). Frauen sind wesentlich häufiger betroffen, zwei Altersgipfel (30. und 60. Lebensjahr).
Während sogar Kinder daran erkranken können, haben bis zu 44% der ADHS-Patienten ebenfalls ein RLS und bis zu 26% der RLS-Patienten ein ADHS.
Es herrscht ein Eisenmangel im Gehirn, der zu einer dopaminergen Dysfunktion führt, die wiederum das RLS auslöst. Therapiebedürftig sind etwa 2-3% der Erwachsenen und klagen mindestens 2mal pro Woche über Symptome. Diese können sie bis zur Suizidgefährdung quälen, weil die Patienten nachts nicht schlafen können. Infolge von Tagesmüdigkeit neigen sie zu Unfällen, werden depressiv und können ihren Arbeitsplatz verlieren.
Oft vergehen bis zur Diagnosestellung eines mittel- bis schwergradigen RLS etliche Jahre. Bevor endlich der Therapieversuch mit einem Dopamin-Agonisten wie z. B. Rotigotin (Pflaster 1-3 mg/Tag) unternommen wird, der meist auf Anhieb Linderung verschafft.
Leider fehlen bislang Langzeitstudien, inwieweit sich die Prognose der Erkrankung in Bezug auf den defizitären Eisenstoffwechsel im Gehirn verbessern könnte, würde man frühzeitig das RLS mit Dopamin-Agonisten behandeln. Das stellte PD Dr. Ilonka Eisensehr, München, klar.
Akupunktur und autogenes Training sind unwirksam.
In Bezug auf die Dopamin-Agonisten kann eine Dosis-Steigerung notwendig werden: mit zunehmender Erkrankungsdauer können doch wieder Symptome auftreten.
Eine Augmentation – eine paradoxe Verstärkung der Beschwerden – beobachte man v. a. unter L-Dopa (72% der Patienten). Rotigotin liegt da nur bei 1,5-2,9%, so Eisensehr. Das Pflaster zeigt im Vergleich zur Tablette also eine kontinuierliche und überlappende Wirkung, auch beim Wechsel! Opiate werden empfohlen, sind aber OFF-Label.
Der Serum-Ferritin-Wert sollte oberhalb von 50 ng/ml liegen. Unterstützend sollte man gute Schlafhygiene umsetzen.
Nina Ruge moderierte die Veranstaltung. Sie fühlt sich bei Transatlantikflügen dem Symptom ‚unruhige Beine’ sehr nahe. Die Experten rieten ihr zur einmaligen Einnahme von L-Dopa. Dann wird „alles gut.“
Abklärung eines RLS:
1. Patient hat den Drang, Arme oder Beine zu bewegen, in Verbindung mit unangenehmen oder schmerzhaften Missempfindungen.
2. Beschwerden treten in Ruhe oder Entspannung auf.
3. Beschwerden werden bei Bewegung besser.
4. Beschwerden werden am Abend oder nachts schlimmer.
Quelle: Pressegespräch der UCB GmbH „Restless-Legs-Syndrom: Neue Hilfe gegen ewige Unruhe“