Frankfurt/Main, 24.11.10+++Vollmondgesicht und plötzlich fett, ohne dass man auch nur den Hauch einer Kalorie nascht – der blanke Horror! Insbesondere Frauen werden schnell in die Schublade „Wechseljahre“ gesteckt! Die Wahrheit: Zwar ein seltener Tumor, aber wirkungsvoller im Gehirn, hat diese schwerwiegenden Folgen für die Patienten und bedingt eine oft bis zu 6 Jahre lange Odyssee bei den Ärzten, bis endlich einer die Diagnose stellt: Morbus Cushing!++++
70% der Frauen erkranken an einem M. Cushing, zwischen 20 und 50 Jahre alt. Die Erkrankung tritt auf bei 35 auf 1 Million Einwohner. Entwickelt sich der Tumor im Gehirn, sind die Folgen fatal: Zuviel Hormon Kortisol bedingt, dass der Patient sein Aussehen dramatisch verändert: Er wird fett, insbesondere im Gesicht, leidet an Muskelerkrankungen, Depressionen, Angststörungen.
„Der Patient kann sich noch nicht einmal mehr aus der Hocke erheben“, so Prof. Martin Reincke, München. „Hier geht einfach der Stoffwechsel der Patienten verloren“, sagt er. Betroffene schieben das „aufs Alter“ und etwa 50% gehen wegen großer roter Streifen auch mal zum Hautarzt. Die falsche Adresse, denn der Fehler sitzt im Zentralrechner (Gehirn). Es gibt keine Erklärung für die Ursache des Adenoms. Genetisch?
Wird das Adenom gefunden, lässt es sich ggf. operieren. Das können jedoch nur hoch spezialisierte Neurochirurgen und auch die wagen sich nur einmal an eine solche OP. Eine Rezidiv-OP ist nicht möglich. Die OP selbst hat nur eine Erfolgsquote von 50%. Deren Langzeitergebnisse sind schlecht: Das Adenom kann wieder kommen, und wenn man es dann bestrahlt, kann man sich auf die Wirkung der Bestrahlung erst nach Jahren verlassen. Zugleich hat die Bestrahlung das Risiko, dass man wichtige Zentren im Gehirn zerstört > plötzlich stirbt man an Herz-Kreislauf-Versagen oder kriegt auch noch Zweittumoren.